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Aktuelles

125 Jahre Bahnstrecke Jagstfeld - Osterburken
Großes Jubiläumsfest am Samstag, 28. September 2019

Es waren die Schienen in die weite Welt. Als vor 125 Jahren die Bahnstrecke von Jagstfeld nach Osterburken im heutigen Baden-Württemberg eröffnet wurde, ahnte noch niemand, dass diese Strecke jahrzehntelang Teil der wichtigsten Verbindung zwischen Italien, Süddeutschland und Berlin werden würde.

Heute ist sie nach wie vor Teil einer wichtigen Nord-Süd-Route, nicht zuletzt für den Güterverkehr. Außerdem bindet sie die Region auf Schienen an die wichtigen Zentren Heilbronn, Stuttgart, Würzburg, Heidelberg und Mannheim an.

Am 28. September 2019 wird das Jubiläum mit Aktionen an vielen Bahnhöfen entlang der Strecke groß gefeiert. Dazwischen pendeln Regionalzüge, außerdem fährt ein Dampfzug der "Dampfnostalgie Karlsruhe" mit historischen Wagen und 240 Plätzen. Dazu laden Sie verschiedene Gruppen und Initiativen herzlich ein.

Der Eintritt zu allen Aktionen ist frei. Sie benötigen nur gültige Fahrkarten (Dampfzug: Fahrkarten im Zug erhältlich; RB/RE: zum Beispiel HNV-oder VRN-Tagesnetzkarten für einen oder fünf Menschen - gibt's am Automaten oder im Netz). Im Dampfzug können Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle leider nicht mitgenommen werden.

In Bad Friedrichshall Hbf (Jagstfeld) kann das Stellwerk der Deutschen Bahn besichtigt werden (13-17 Uhr). Außerdem gibt es Info-Stände des Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehrs (HNV) und des Bahn-Unternehmens Abellio (11-18 Uhr).

In Neudenau gibt es im Josefine-Weihrauch-Museum im Schloss (700 m vom Bahnhof) Führungen durch die Eisenbahnausstellung in historischem Gewand, mit Modellbahn, dazu Kaffee und Kuchen (13 - 18 Uhr). Schon zum Herbstfest am 15. September vor dem Rathaus Neudenau um 14 Uhr: 150 Jahre Eisenbahn - Geschichte und Mode seit 1869: Die Sonderausstellung im Museum ist geöffnet bis 20.10.2019 sonntags von 14 -17 Uhr und nach Vereinbarung.

In Möckmühl lädt der Verein ASMU zu einer Kunstausstellung im Bahnhof, außerdem spielt die ASMU-Band und sorgt für gute Laune. (11 - 18 Uhr).

In Roigheim gibt es in der Authenrieth-Halle am Bahnhof Informationen über die spannende Baugeschichte der Bahnstrecke - und wie sie ein ganzes Tal verändert hat. Außerdem kann im Heimatmuseum im alten Güterschuppen ein Blick in die gute alte Zeit geworfen werden (12 - 18 Uhr).

In Sennfeld lockt die ehemalige Synagoge (400 m vom Bahnhof) zu einer Ausstellung mit vielen historischen Dokumenten und einzigartigen Modellen zur Eisenbahn in der Region (11 - 18 Uhr).

In Adelsheim (Ost) fasziniert eine Modellbahnschau im alten Bahnhof große und kleine Eisenbahnfreunde und gibt wunderbare Einblicke in die Welt der Schiene (13 - 18 Uhr).

In Osterburken zeigt die BSW-Fotogruppe im Bahnhof eine Fotoausstellung mit beeindruckenden Eisenbahn-Motiven. Außerdem informiert der Verkehrsverbund Rhein-Neckar VRN und das Bahn-Unternehmen Go-Ahead stellt sich und Berufe bei der Eisenbahn vor. (11-18 Uhr).

Der Fahrplan:
Bahnhof _____ ____ RB RE Dampf RB _____ RE RB RE RE RB RE
Bad Friedrichshall 11:1611:5512:0013:1613:5515:1615:5516:5517:1617:55
Untergriesheim 11:2012:1013:2015:2017:21
Herbolzheim 11:2512:2013:2515:2517:25
Neudenau 11:2712:2613:2715:2717:28
Siglingen 11:3112:3213:3115:3117:31
Züttlingen 11:3512:3813:3515:3517:35
Möckmühl 11:3912:1312:4613:3914:1315:3916:1217:1317:3918:12
Roighheim 11:4412:5813:4415:4417:45
Sennfeld 11:4813:0413:4815:4817:49
Adelsheim Ost 11:5113:1213:5115:5117:52
Osterburken 11:5612:2613:1813:5614:2615:5616:2617:2617:5618:26
Bahnhof RB RE RB RE _____ RB Dampf RE RB ____ RE RB
Osterburken 10:0111:3312:0113:3314:0114:0615:3316:0117:3318:01
Adelsheim Ost 10:0512:0514:0514:1216:0518:05
Sennfeld 10:0812:0814:0814:2016:0818:08
Roighheim 10:1212:1214:1214:2616:1218:12
Möckmühl 10:1711:4512:1713:4514:1714:3815:4516:1717:4518:17
Züttlingen 10:2212:2214:2214:4616:2218:22
Siglingen 10:2512:2514:2514:5216:2518:25
Neudenau 10:2912:2914:2914:5816:2918:29
Herbolzheim 10:3112:3114:3115:0416:3118:31
Untergriesheim 10:3612:3614:3615:1416:3618:36
Bad Friedrichshall 10:4112:0112:4114:0114:4115:2416:0116:4118:0118:41

Die Fahrzeiten für den Dampzug sind geplante ungefähre Abfahrtszeiten und können sich noch um wenige Minuten verschieben. Alle Angaben ohne Gewähr. Alle Informationen auf dieser Seite werden laufen aktualisiert. Bei Fragen: info@ZUGhoeren.de (22. August 2019)


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Heiraten wie bei Königs

Früher galten sie als Standard: in jedem Bahnhof gab es einen Wartesaal für die Reisenden. Das traf selbst für kleinste Landbahnhöfe zu (Bilder und Töne auf dem Hörbüch ZUGhören 7). Und waren die Bahnhöfe etwas größer, dann gab es sogar Wartesäle 1. und 2. Klasse oder speziell für alleinreisende Damen. Heute sind Wartesäle die Ausnahme.

Seit die kleinen Bahnhöfe zu Haltepunkten wurden, verwandelten sich die Wartesäle in kleine Wartehäuschen auf dem Bahnsteig – die nur dürftigen Schutz vor Sommerglut, Herbststürmen und Winterfrost bieten. In den großen Bahnhöfen sind Sitzgelegenheiten zum Warten auf Züge meist nur in Cafés oder Imbiss-Stuben vorhanden – mit dem entsprechenden Zwang zum Konsumieren.

Besonders schick warteten früher Adlige auf den Zug. Manche dieser Wartesäle gibt es heute noch – so der in Eisenach im ehemaligen Fürstenbahnhof, heute Verkaufs-raum der Bahnhofsbuchhandlung. Und im „Wartesaal für Allerhöchste Herrschaften“ im Nürnberger Verkehrsmuseum kann man neuerdings sogar heiraten.

Der Königs-Salon stammt aus dem alten Nürnberger Centralbahnhof, wie die Deutsche Bahn berichtet. Die reich verzierte Vertäfelung der Wände und Decken im neogotischen Stil ist bis heute erhalten und macht den Saal zu einem noblen Ort für Eheschließungen. Als der alte Bahnhof 1906 dem Neubau weichen musste, wanderte der prächtige Wartesaal in den Neubau des Verkehrsmuseums. Wer dort für 350 Euro heiraten möchte, kann sich beim Standesamt in Nürnberg informieren. (31. Juli 2019)

Renaissance der Schiene

Die Schiene kommt zurück: immer mehr stillgelegte Eisenbahn-Strecken werden reaktiviert. Diese Bilanz ziehen der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und das Schienen-Bündnis „Allianz pro Schiene“ in einer Studie. Gleichzeitig fordern die Verbände, weitere stillgelegte Streckenabschnitte wieder in Betrieb zu nehmen.

Positiv heben die beiden Verbände die Bundesländer Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg hervor. Viele der dort wieder in Betrieb genommenen Abschnitte werden demnach gut angenommen. Dazu gehört unter anderem die Strecke zwischen Korbach und Frankenberg in Nordhessen. Die Strecke und ihre Wiederinbetriebnahme im September 2015 wird vorgestellt auf dem ZUGhören-Hörbuch 11 mit Reportagen aus Nordhessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz.

Die Forderung der Verbände: auch die anderen Bundesländer müssten mehr stillgelegte Strecken wieder reaktivieren. Laut Allianz pro Schiene wurden in den vergangenen 25 Jahren zwar fast 830 Kilometer für Personenzüge und rund 360 Kilometer für Güterzüge wieder in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurden aber für deutlich mehr Streckenkilometer die Signale auf „rot“ gestellt.

Der VDV hat deshalb eine Liste mit fast 190 Strecken und einer Gesamtlänge von rund 3.000 Kilometern vorgelegt, die dringend wiederbelebt werden müssten. Dazu gehören zum Beispiel die Strecke von Buttstädt nach Großheringen in Thüringen (ZUGhören-Hörbuch 3), von Kiel nach Schönberger Strand (ZUGhören 4) oder von Dombühl über Feuchtwangen und Dinkelsbühl nach Nördlingen (ZUGhören 12). (20. Mai 2019)

Als Züge noch Umzugs-Kartons transportierten

Es gab Zeiten, da stand der Umzugswagen nicht vor der Haustür, sondern am Bahnhof. Noch in den 1950er Jahren war ein Umzug per Zug üblich. So packte mancher den Hausrat auf den Güterwaggon am Verladegleis, um ihn dann in der neuen Stadt wieder in Empfang zu nehmen.

Der erste Güter-Transport mit der Eisenbahn waren in Deutschland freilich keine Umzugs-Kartons, sondern zwei Fässer Bier. Ein Brauer aus Nürnberg ließ sie auf der Schiene in die Bahnhofs-Wirtschaft ins etwa acht Kilometer entfernte Fürth bringen.

Wie sich der Gütertransport auf der Schiene seither entwickelte, lässt das DB Museum in Nürnberg Revue passieren. In der neuen Sonderausstellung bis Ende Oktober 2019 heißt es „Bier, Bahn Bananen“. Auf dem Freigelände des Museums sind unter anderem neun Güterwaggons, ein Personenwagen und zwei historische Güterzug-Loks zu sehen. Sie geben nach Angaben des Museums den Besuchern die Möglichkeit, den Gütertransport auf Schienen als Motor der Industrialisierung in Deutschland zu erleben. Einige der Wagen sind begehbar. Dazu gibt es einmalige zeitgeschichtliche Dokumente, Ausstellungs-Stücke, Modelle, alte Fotos und Filme.

Über Umzüge und andere außergewöhnliche Transporte per Güterzug berichtet ein ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bundesbahn eines kleinen Landbahnhofs auch auf dem ZUGhören-Hörbuch 7 mit Schienengeschichten aus Baden und Württemberg. Um die heute oft üblichen Container-Züge geht es auf ZUGhören 6 „Niedersachsen, Hamburg, Bremen“ mit einer Reportage vom Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg. (16. April 2019)


Holocaust-Überlebender Noah Klieger ist tot

Wenige Tage ist es jetzt her, dass Noah Klieger gestorben ist. Er überlebte den Holocaust und war zeitlebens ein ständiger Mahner, den Völkermord an den Juden nie zu vergessen.

Noch im hohen Alter von achtzig und neunzig Jahren wollte er als Zeitzeuge so vielen Menschen wie möglich davon berichten, was er erlebt hatte. Am Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar, wird jedes Jahr weltweit an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

Von den Transporten mit dem Zug nach Auschwitz 1943 erzählt Noah Klieger auch auf dem Eisenbahn-Hörbuch „ZUGhören 8 - Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern“. Auf der Fahrt waren Klieger und achtzig andere in einem Güterwagen eingepfercht. Um die Menschen in den Waggons kümmerte sich niemand. Sie hatten nichts zu Essen und kaum zu trinken. Es gab keine Heizung, manche Waggons hatten nicht einmal ein Dach. Aber die Züge waren für die Bevölkerung sichtbar: wenn sie unterwegs waren oder auf Bahnhöfen standen.

Zweieinhalb Jahre lang war Klieger in den Lagern Auschwitz, Mittelbau-Dora bei Nordhausen und Ravensbrück. Für ihn endete am 29. April 1945 in dem KZ bei Fürstenberg an der Havel das Martyrium. Von 1.600 Menschen, die in dem Zug mit Klieger deportiert wurden, kehrten sechs Männer und vier Frauen lebend zurück. Zehn von 1.600. Bis zu seinem Tod hat er berichtet von dem, was passiert ist. (21. Januar 2019)


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